Projekttitel
Werner Drimecker
Objektbeschreibung

* 19. Juli 1928 in Leipzig; † 25. März 2011 in Bielefeld
 
Deutscher Maler
 
Werner Drimecker baut sich nach dem erschütternden Erlebnis des Zweiten Weltkriegs eine neue ideelle Welt auf und sucht nach einem neuen Ausdruck in der Kunst. Um 1970 findet er seinen eigenen Stil, indem er in einer Akt-Serie geometrische Formen flächig komponiert.
 
Drimecker beginnt 1943 in Leipzig eine Ausbildung zum Kartographen, die 1944 durch seinen Einsatz als Jungsoldat im Krieg und anschließende Gefangenschaft unterbrochen wird. 1945 schließt er seine Lehre erfolgreich ab und sichert sich damit eine beständige Existenzgrundlage. Für kurze Zeit nimmt er in seiner Geburtsstadt Unterricht bei Max Schwimmer an der Staatlichen Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe. Aufgrund der politischen Entwicklung flüchtet Drimecker 1950 in die BRD. Sein Weg führt über das Grenzdurchgangslager Friedland nach Bad Oeynhausen, wo er als Kartograph im Hauptquartier der britischen Rheinarmee tätig ist. Neben seiner Arbeit als nimmt er seine künstlerische Tätigkeit wieder auf. 1956 wählt er Bielefeld als seinen Wohnsitz und arbeitet als Kartograph bei einem Verlag der Stadt.
 
Ab 1960 erschließt sich Drimecker die Ölmalerei. In den folgenden Jahrzehnten entstehen in verschiedenen künstlerischen Techniken Porträts und Akte sowie großformatige Bilder mit abstrakten Kompositionen und Landschaften, unter diesen auch Collagen aus Wellpappe und Schaumgummi auf Holz. 1963 wechselt er als Kartograph zur Stadtverwaltung Bielefeld, wo er später Zuzanna Skiba kennenlernt, die hier ihre Ausbildung zur Kartographin absolviert. Es entwickelt sich eine lebenslange Künstlerfreundschaft. Nach dem Erlebnis seiner ersten Flugreise beginnt er 1977/78 die „Aerolandschaften“ zu gestalten. Die Landschaft als Struktur wird zu einem bleibenden Motiv seiner Kunst. In den 1980er Jahren erweitern „Seelandschaften“ und „Metamorphosen“ sein Œuvre. Ab 1989 intensiviert Drimecker seine künstlerische Tätigkeit. Bis 1998 entsteht sein Hauptwerk, die „Kopflandschaften“, in denen er sich flächig, blockartig, mehrfarbig und assoziativ mit dem Erlebnisraum Landschaft und dem Denkraum Kopf auseinandersetzt. Von 2000 bis 2004 schafft er sein Spätwerk: Er nimmt das Thema der „Metamorphosen“ aus den achtziger Jahren symbolhaft-meditativ wieder auf und gestaltet gänzlich neue Bildkompositionen.