Projekttitel
Marie-Louise von Rogister
Objektbeschreibung

* 1899 Sarrebourg (Lothringen), † 1991 Bötersheim (Niedersachsen)
 
Malerin
 
Marie-Louise von Rogisters Œuvre entwickelte sich vom Gegenständlichen zum Abstrakten. Die Künstlerin gehört heute zu den bedeutenden deutschen Malerinnen des Informel, einer in den 1950er und 1960er Jahren vorherrschenden Kunstrichtung in Europa, die Farbe, Farbauftrag und Material selbst zum Bildgegenstand macht und vom spontanen Malgestus bis zur völlig durchdachten Komposition verschiedene Ansätze zeigt.
 
Der künstlerische Durchbruch innerhalb des Informel gelang der Malerin Ende der 1950er Jahre mit den Geflechtbildern, die eine naturhafte Atmosphäre erzeugen oder auch als Verwobenheit des Lebens gesehen werden können. In ihrer Arbeitsweise beließ sie es nicht bei spontanen Gestaltungsideen, sondern komponierte in gewissem Maße ihre Bilder. Sie malte mit schnellem Pinselduktus und überarbeitete auf den noch nassen Geflechtbildern die Schichtungen mit dem Spachtel. Auf die Florentiner Kompositionen, die ab 1960 nach einer Florenz-Reise entstanden waren, folgte in den 1970er Jahren eine weitere kreative Schaffensphase mit den sogenannten Horizontbildern: Horizontale Farbbänder strahlen in kräftigen Farben, und der Pinselstrich ist nahezu meditativ.
 
Die Neue Galerie Kassel würdigte 2024/25 in der Sonderausstellung „InformELLE Künstlerinnen der 1950er/60er Jahre" auch die hervorgehobene Position von Marie-Louise von Rogister im Informel. Ihre Werke wurden in namhaften Museen in Chicago, San Francisco, Amsterdam, Brüssel und Paris gezeigt und sind in bedeutenden Sammlungen vertreten.