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Otto Gleichmann
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* 20. August 1887 in Mainz; † 2. November 1963 in Hannover



 
Deutscher Maler, Zeichner und Grafiker
  
Otto Gleichmanns Aquarelle und Zeichnungen sind dem Spätexpressionismus zuzurechnen.
  Gleichmann studiert von 1906 bis 1910 Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf, der Kunst- und Kunstgewerbeschule Breslau und der Kunstschule Weimar. Ab 1914 ist er in Erfurt als Kunsterzieher am Gymnasium tätig. Während des Ersten Weltkriegs ist er ab 1915 als Soldat in Russland und Frankreich eingesetzt. Auf seine Verwundung 1916 folgt ein längerer Lazarettaufenthalt und Kriegsdienst in Hannover. Seine erste Ausstellung hat Gleichmann 1916 im Kestner-Museum Hannover. 1920 schließt er sich der Hannoverschen Secession an, deren künstlerisches Spektrum vom Spätimpressionismus bis zum Expressionismus reicht. Sein ständiger Wohnsitz wird 1919 Hannover, wo er ab 1923 als Kunsterzieher am Realgymnasium unterrichtet. Im Berliner Verlag Paul Cassirer und bei Alfred Flechtheim in Düsseldorf erscheinen 1919 bzw. 1921 Mappenwerke mit seinen Lithografien. 1922 stellte er bei der Künstlervereinigung  de Branding in Rotterdam aus.
  
Gleichmann unternimmt in den zwanziger Jahren Reisen nach Italien, Paris, Österreich Ungarn, Holland und Belgien. Er hat engen Kontakt zu vielen Künstlern, so zu Kurt Schwitters, Max Burchartz, Walter Dexel und dem Schriftsteller Theodor Däubler. Für das Gemälde „Zirkusreiterin“ erhält er 1928 auf der Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in Hannover den Continental-Preis. 1932 würdigt ihn die Kestner-Gesellschaft Hannover mit einer Ausstellung.
  
Die Nationalsozialisten belegen Gleichmann 1936 mit Mal- und Ausstellungsverbot. 1937 beschlagnahmen sie in deutschen Museen 27 seiner Arbeiten und diffamieren einige seiner Werke in der Propagandaausstellung „Entartete Kunst“ in München. Beim Bombenangriff auf Hannover 1943 wird ein Großteil der Arbeiten des Künstlers vernichtet.