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Hermann Poll
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* 6. Dezember 1902 in Bielefeld; † 18. September 1990 in Düsseldorf 
 
Deutscher Maler
 
Für Hermann Poll wird mit Beginn der 1930er Jahre Italien, vor allem die Insel Ischia, zur zweiten Heimat. Hier entstehen lichterfüllte, lyrisch anmutende Bilder, die die ausgeprägte Sensibilität des Künstlers für die Farben und Stimmungen des Südens zeigen und die oft zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit changieren.
 
Begeistert vom Impressionismus, studiert Poll nach dem Abitur von 1924 bis 1926 an der Kunstakademie Düsseldorf. Dort kommt er mit Otto Dix und der Galeristin Johanna Ey in Kontakt, die die Künstlergruppe „Das Junge Rheinland“ fördert. 1926 geht er nach Berlin und setzt sein Studium an der Staatlichen Kunsthochschule bei Bernhard Hasler und Georg Walter Rössner fort. Drei Jahre später absolviert er das Examen für das künstlerische Lehramt und wird Haslers Meisterschüler. Seine erste Einzelausstellung hat Poll 1928 in Berlin. Max Liebermann und Paul Westheim fördern den jungen Maler, der bis 1932 freiberuflich tätig ist und zwischen 1929 und 1931 an der Ausstellung „Junge Künstler“ teilnimmt. Seinem ersten Italienbesuch im Jahr 1932 folgen regelmäßige Aufenthalte, vor allem auf der Insel Ischia. Hier trifft er sich mit den Malern Werner Gilles und Eduard Bargheer sowie weiteren deutschen Künstlern. Von 1932 bis 1939 sichert sich Poll als Kunsterzieher in Berlin seinen Lebensunterhalt und steht auch mit der „Ateliergemeinschaft Klosterstraße“ in Verbindung. Während des Zweiten Weltkriegs wird der Künstler 1941 zur Wehrmacht einberufen (Schreibstubendienst). Seine erste Nachkriegsausstellung hat er 1946 im Kunstsalon Fischer in Bielefeld. 1947 zieht Poll nach Düsseldorf und unterrichtet bis 1967 Kunst am Gymnasium. Die Sommer verbringt der Maler ab 1949 regelmäßig auf Ischia, zunächst in Sant’Angelo, später in seinem Atelier in Forio. Anlässlich seines 70. Geburtstages richtet das Kunstamt Tiergarten von Berlin 1972 eine große Retrospektive aus. Von 1947 bis 1950 gehört Poll der Rheinischen Sezession und dem Westdeutschen Künstlerbund an. Werke des Künstlers sind in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen zu sehen, u.a. 2013 in Berlin in der Präsentation „Begegnungen in Arkadien – Maler auf Ischia um 1950“.
 Der künstlerische Nachlass von Hermann Poll wird von der Berliner Kunststiftung Poll betreut.