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Else Hertzer
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* 24. November 1884 in Wittenberg; † 9. Februar 1978 in Berlin
 
Malerin und Grafikerin
 
Else Hertzer gehört zu den bedeutenden Vertreterinnen des deutschen Expressionismus.
 
1909 siedelt Else Hertzer, geborene Hedwig Elsa Heintze, mit ihrem Mann Otto nach Berlin über. Hier lässt sie sich ab 1910 beim Verein der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen und an der Akademie der Künste zur Malerin ausbilden. Von 1911 bis 1913 weilt Else Hertzer mehrfach in Buttstädt (Thüringen), wo sie expressionistisch beeinflusste Ölgemälde sowie Kaltnadelradierungen gestaltet. Ab 1918 ist sie mehrfach in Ausstellungen vertreten, u.a. bei der Berliner Secession, der Juryfreien Kunstschau und beim Verein der Berliner Künstlerinnen sowie gemeinsam mit Käthe Kollwitz, Paula Modersohn-Becker, Lotte Laserstein und Jeanne Mammen. Auf den Reisen der Künstlerin nach Oberbayern (1921) und Italien (1925) entstehen Aquarelle, die auch nach 100 Jahren nichts von der Frische und Intensität ihrer Farben verloren haben. Gern wählt Else Hertzer für ihre Arbeiten auch Hühner und Kühe als Motiv, Tiere, denen sie besonders zugetan ist. Bei Ausflügen in den Fläming entstehen ab 1930 Landschaftsbilder in verschiedenen Techniken. 1947 ist sie in Berlin-Tiergarten Mitglied im Beirat des Kunstamts und richtet 1949 gemeinsam mit Karl Schmidt-Rottluff im Bezirksamt Tiergarten die Ausstellung „Künstler und Kinder sehen den Winter“ aus. In den 1960er Jahren, als sie ihren schwerkranken Mann pflegt, entdeckt sie den Schablonendruck für sich. Das Spätwerk der Künstlerin vereint abstrakte Kompositionen, Berlin-Impressionen, Tierdarstellungen und christliche Themen. In Berlin hat Else Hertzer mehrere Ausstellungen im Parkhaus Englischer Garten und im Haus am Lützowplatz. 2017 ist sie in der Ausstellung „150 Jahre Verein der Berliner Künstlerinnen“ vertreten. Auch durch die Retrospektive 2019 im Kunsthaus Apolda Avantgarde erfährt ihr Schaffen wieder zunehmende öffentliche Aufmerksamkeit. Arbeiten von Else Hertzer befinden sich im Besitz der Berlinischen Galerie, der Erbengemeinschaft und in privaten Sammlungen.