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Alfred Reth
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* 29. Februar 1884 in Budapest; † 15. September 1966 in Paris
 
Ungarischer Maler
 
Alfred Reth (eigentlich Alfred Roth) gehört zu den ersten Künstlern der Moderne, die ungewöhnliche Materialien in ihren Bildern verwendeten und damit einzigartige Werke schufen.
 
Reth lässt sich nach seiner künstlerischen Ausbildung in Ungarn 1905 in Paris nieder. In der Seine-Metropole sowie anschließend in Florenz setzt er sein Kunststudium fort. 1909 wieder in Paris, beginnt seine kubistische Periode. Arbeiten des Malers sind im Jahr darauf erstmals im Salon d’Automne zu sehen. Reth beteiligt sich auch in den folgenden Jahren an den Pariser Salons und nimmt an Präsentationen innerhalb Frankreichs und im Ausland teil.
 
In Berlin zeigt Herwarth Walden 1913 in seiner Sturm-Galerie achtzig kubistische Gemälde und Zeichnungen des Künstlers. Im selben Jahr werden Werke Reths in Budapest in einer dem Kubismus gewidmeten Ausstellung präsentiert. In den späten 1920er Jahren wendet sich der Maler der abstrakten Kunst zu. Er schafft Kompositionen mit farbigen Kreisen, geschwungenen Linien und geometrischen Formen. Nach 1933 arbeitet er mit der Gruppe „Abstraction-Création“ zusammen und beteiligt sich 1933 und 1934 an deren Ausstellungen.
 
Während des Zweiten Weltkriegs muss Reth aufgrund seiner jüdischen Wurzeln Paris verlassen und kommt in Chantilly unter. Nach dem Krieg interessiert er sich zunehmend für unterschiedliche Materialen. Er bezieht Sand, Sägespäne, Kohlen- und Ziegelstaub sowie zerstoßene Eierschalen in sein künstlerisches Schaffen ein, indem er diese direkt auf die Leinwand oder auf Holz aufbringt. Diese Kompositionen aus harmonischen und rhythmischen Farben und Formen bezeichnet er als „Harmonie der Materialien“. In einem Interview erklärt er 1952 dazu: „Ich will die Trennung von Farben und Formen vermeiden. In all den Dingen, die die Natur uns zur Wahrnehmung anbietet, sind diese beiden Elemente eng verknüpft. Aber Farbe ist nur gut, um verschiedene Materialien nachzuahmen.“ Werke des Künstlers, darunter seine Material-Kompositionen, sind in zahlreichen Museen und privaten Sammlungen vertreten.