Titel
Rudolf Schlichter
Beschreibung

* 6. Dezember 1890 in Calw (Württemberg); † 3. Mai 1955 in München
 
Deutscher Maler und Grafiker
 
Rudolf Schlichter gilt als einer der wichtigsten Vertreter der Neuen Sachlichkeit. Er studiert an der Kunstakademie Karlsruhe von 1911 bis 1916, u.a. bei Wilhelm Trübner und Hans Thoma. Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges gehört er zu den Kriegsgegnern. Er wird dennoch eingezogen, widersetzt sich aber mit einem Hungerstreik dem Kriegsdienst. Anfang 1919 gründet er gemeinsam mit anderen Malern in Karlsruhe die Gruppe Rih, eine Ortsgruppe der Berliner Novembergruppe. Mit Schlichters Übersiedlung nach Berlin 1919 endet auch sein Engagement im Karlsruher Soldatenrat. In Berlin arbeitet der Künstler als Zeichner und Buchillustrator und schließt sich der Novembergruppe, der Berliner Secession, den Berliner Dadaisten und der KPD an. Ab 1919 beteiligt er sich an den Ausstellungen der Novembergruppe. In der Berliner Galerie Otto Burchard hat Schlichter 1920 seine erste Einzelausstellung. Zwei Werke von ihm werden 1925 in der Mannheimer Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ gezeigt. Zusammen mit seiner Ehefrau Speedy geht er 1932 nach Rottenburg am Neckar. In der Zeit des Nationalsozialismus werden seine Bilder auf Ausstellungen abgelehnt und seine beiden autobiografischen Bücher verboten. 1936 zieht er nach Stuttgart um. Im Zuge der NS-Propagandaausstellung „Entartete Kunst“ werden 17 Arbeiten von ihm aus deutschen Museen entfernt. Ab 1939 lebt und arbeitet er in München, wo zahlreiche Buchillustrationen entstehen. 1947 beteiligt sich der Künstler an der 1. Deutschen Kunstausstellung in Dresden und ab 1950 bis zu seinem Tod an der Großen Kunstausstellung in München. 1954 nimmt Schlichter an der Biennale in Venedig mit acht Werken teil. Bedeutende Ausstellungen mit Arbeiten des Künstlers sind 1997 in der Kunsthalle Tübingen, 1984 in der Staatlichen Kunsthalle Berlin und im Württembergischen Kunstverein Stuttgart sowie 2015 im Mittelrheinmuseum Koblenz zu sehen.