Titel
Paul Grunwaldt
Beschreibung

* 18. Januar 1891 in Berlin; † 7. Juni 1962 in Weingarten (Baden-Württemberg)
 
Deutscher Maler
 
Paul Grunwaldt gehört zu den weitgehend vergessenen Künstlern der Klassischen Moderne. Sein lyrischer Realismus mit Anklängen an kubistische Formen und Elemente der Neuen Sachlichkeit ist charakteristisch für sein Werk.
Nach einer Lehre an der Königlichen Porzellanmanufaktur studiert er an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in Berlin. Seine ersten bedeutungsvollen Bilder entstehen nach dem Ersten Weltkrieg, an dem er als Soldat teilnimmt. Grunwaldts künstlerisches Schaffen wird vor allem durch den Kubismus und seine Zugehörigkeit zur 1918 gegründeten Novembergruppe beeinflusst. In den Jahren 1921 bis 1923 sowie 1925 und 1926 beteiligt er sich an den Ausstellungen dieser revolutionären Künstlervereinigung. Mitte der zwanziger Jahre wandelt sich sein Stil: Seine Arbeiten weisen bis zum Ende des Jahrzehnts zunehmend Elemente der Neuen Sachlichkeit auf, die in den dreißiger Jahren einer fast naturalistischen Gegenständlichkeit weichen.
Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg versucht der Maler an die Kunst der zwanziger Jahre anzuknüpfen, was nicht überzeugend gelingt. In den fünfziger Jahren führt ein Aufenthalt in Paris zu einer künstlerischen Weiterentwicklung und einer Bereicherung seiner Themenpalette. 1960 zeigt die Berliner Nationalgalerie in der Ausstellung „Berlin – Ort der Freiheit für die Kunst“ drei Arbeiten Grunwaldts und 1980 ist in der Ausstellung „Kunst in Berlin von 1930 bis 1960“ der Berlinischen Galerie eine Arbeit des Malers zu sehen. In der Ausstellung „Tanz auf dem Vulkan – Das Berlin der zwanziger Jahre im Spiegel der Künste“ im Berliner Ephraim-Palais ist er 2015/16 ebenfalls mit einigen Werken vertreten.