Titel
Moriz Melzer
Beschreibung

* 22. Dezember 1877 in Oberalbendorf bei Trautenau (Böhmen); † 30. Juni 1966 in Berlin
 
Deutscher Maler und Grafiker
 
Moriz Melzer gilt als ein Vorreiter der Klassischen Moderne. Stilistische Vielfalt zeichnet sein Schaffen aus: vom Neoimpressionismus und Naturalismus über den Expressionismus bis zur kubofuturistischen Abstraktion.
Melzer siedelt nach seinem Kunststudium in Weimar 1908 nach Berlin über, wo er im Winter desselben Jahres erstmals bei der Berliner Secession ausstellt. In den folgenden Jahren entwickelt er mit Linoleumplatten eine eigene Drucktechnik für großformatige farbige Monotypien. 1910 gehört er mit Georg Tappert, Max Pechstein, Arthur Segal, Cesar Klein u.a. zu den Initiatoren der Neue Secession, die wesentlich zum Durchbruch des Expressionismus beiträgt. In der ersten Ausstellung der Neuen Secession zählt ihn die Kritik „zu den stärksten Talenten“. Ab 1911 veröffentlicht Melzer Originalgrafiken u.a. in den Zeitschriften „Der Sturm“ und „Die Aktion“. 1912 nimmt er an der Internationalen Sonderbundausstellung in Köln und an der Juryfreien Kunstschau in Berlin teil, wo er u.a. neben Picasso und Braque ausstellt. 1913 erhält er den Villa-Romana-Preis. Seine erste Einzelausstellung hat er im Winter 1913 in der Münchner Galerie Hans Goltz. Die Berliner Galerie J. B. Neumann macht den Künstler 1918 mit einer Einzelausstellung und folgenden Ausstellungstournee durch Deutschland schlagartig bekannt. Im Winter desselben Jahres gehört er zu den Gründern der revolutionären Novembergruppe, deren Mitglieder über die Kunst auch die Gesellschaft erneuern wollen. Von 1920 bis 1931 beteiligt er sich innerhalb der Künstlervereinigung fast alljährlich an der Großen Berliner Kunstausstellung und der Juryfreien Kunstschau. 1922 wird er Vorsitzender der Novembergruppe. Die NS-Propaganda-ausstellung „Entartete Kunst“ greift Melzer 1937 als Mitglied der Novembergruppe an und diffamiert seine Kunst. Werke des Künstlers werden aus deutschen Museen entfernt. Anlässlich seines 80. Geburtstages wird 1957 im Rathaus Berlin-Schöneberg eine Werkschau gezeigt. Zum 100. Geburtstag folgt im Rathaus Berlin-Wedding eine umfassende Gedächtnisausstellung.