Titel
Martel Schwichtenberg
Beschreibung

* 5. Juni 1896 in Hannover; † 31. Juli 1945 in Sulzburg (Baden)
 
Deutsche Malerin und Grafikerin
 
Das Werk von Martel Schwichtenberg ist heterogen. Auf den expressionistischen Anfang folgt ein flächig-dekorativer Stil, der in den 1940er Jahren von einer abstrakten Phase abgelöst wird.
Martel Schwichtenberg studiert in Düsseldorf Kunst. Ihre ersten Ausstellungen hat sie 1915 im Kunstgewerbehaus Hagen und 1916 im dortigen Folkwang-Museum. In Hannover erhält Martel Schwichtenberg 1917 vom Keks-Fabrikanten Hermann Bahlsen einen künstlerischen Auftrag, aus dem sich eine jahrzehntelange Zusammenarbeit ergibt. 1920 kommt die Künstlerin nach Berlin. Sie tritt dem Deutschen Werkbund bei und wird Mitglied der revolutionären Novembergruppe. Zu ihrem Freundeskreis gehört Emy Roeder, eine der führenden Vertreterinnen des bildhauerischen Expressionismus. Anfang der 1920er Jahre wendet sich Martel Schwichtenberg der Kunst der Brücke-Grafiker zu und wird von Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff gefördert. Ende des Jahrzehnts hat die Künstlerin mit Stillleben sowie im Stil der Neuen Sachlichkeit gemalten Porträts ihre größten Erfolge. 1929 nimmt sie in Berlin an der Ausstellung „Die Frau von heute“ teil und zeigt in den Jahren darauf ihre Arbeiten in großen Berliner Galerien, in London, Detroit, Chicago und New York. 1933 wandert Martel Schwichtenberg nach Südafrika aus. In Johannesburg betreibt sie eine Töpferei mit Verkaufsladen. Außerdem arbeitet sie weiter für die Bahlsenwerke und realisiert als Großauftrag ein Wandgemälde im Johannesburger Haus des Rundfunks. Bei einem Wohnungs- und Atelierbrand werden 1938 etwa 400 Werke vernichtet. Im August 1939 kommt sie nach Berlin und kann bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs nicht mehr ausreisen. Ein Jahr vor ihrem Tod erschließt sie sich mit der Monotypie eine neue Technik und findet mit Landschaften und Blumenbildern noch einmal zu ihrer künstlerischen Ausdruckskraft zurück.
Teile ihres Nachlasses werden im Schleswig-Holsteinischen-Landesmuseum Schloß Gottorf aufbewahrt.