Titel
Leo Rauth
Beschreibung

* 18. Juli 1884 in Leipzig; † 9. Januar 1913 bei Welschnofen (Südtirol)
 
Deutscher Maler und Grafiker
 
Leo Rauth, anfangs beeinflusst von der Kunst der Münchner Schule um Franz von Stuck, findet bald seinen eigenen Stil, den Grazie in Gesten und Bewegungen sowie eine überraschende Farbharmonie charakterisieren. Die kolorierte Zeichnung wird für ihn das wichtigste Ausdrucksmittel. Seine Zeichnungen von Tänzen, die er in einer Auswahl als handkolorierte Lichtdrucke in zwei Mappen herausgibt, machen ihn weithin bekannt.
 
Seine Motive entstammen überwiegend der Mythologie, dem Varieté, Ballett und Karneval. Darüber hinaus malt er Personen, die er auf dem Rennplatz, in Nachtcafés und Bars beobachtet hat. Rauth arbeitet auch als Gebrauchsgrafiker: Seine Plakate gehören zu den Besten dieser Gattung.
Rauth studiert ab 1906 zunächst an den Kunstakademien in Leipzig und Karlsruhe. Anschließend lässt er sich in Berlin ausbilden und wechselt danach in die Malklasse von Franz von Stuck an der Münchener Kunstakademie. Hier widmet er sich vor allem dem Porträt-, Akt-, Figur- und Gewandzeichnen. Nach Studienaufenthalten in Paris und Venedig kehrt er 1909 nach Leipzig zurück. Seine Werke sind in zahlreichen Gruppenausstellungen zu sehen, wodurch der Künstler in kurzer Zeit Berühmtheit erlangt. So ist er 1910 auf der Ersten Leipziger Jahresausstellung der Secession und 1911 auf der Leipziger Jahresausstellung vertreten. Rauth ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Bis zu seinem Freitod während eines Aufenthalts in Südtirol schafft er mit hoher Produktivität eine Vielzahl von Gemälden, Porträts, Zeichnungen, Plakaten und Illustrationen.
Zu Ehren des Künstlers zeigt die Leipziger Galerie Pietro Del Vecchio von Februar bis März 1913 eine Gedächtnisausstellung. 1914 versteigert das Leipziger Auktionshaus Oswald Weigel einen Teil des künstlerischen Nachlasses von Leo Rauth.