Projekttitel
Hans Thiemann
Objektbeschreibung

* 18. April 1910 in Bochum-Langendreer; † 28. Juli 1977 in Berlin
 
Deutscher Maler
 



Als Schüler von Wassily Kandinsky und Paul Klee arbeitet Hans Thiemann mit den Grundelementen der abstrakten Malerei (Punkt, Linie, Fläche), mit denen er einen Reichtum an Metaphern schafft. Dabei zielt er in seinen Werken auf eine Wirklichkeit hinter den sichtbaren Dingen. Charakteristisch für seine Bildwelt sind oft bühnenhafte Plätze, die verfremdete Wiedergabe von Licht und Schatten, die Verwendung mehrerer Fluchtpunkte sowie veränderte Proportionen.
 
Thiemann studiert von 1929 bis 1933 am Bauhaus in Dessau bei Klee und Kandinsky. Nach dem erfolgreichen Abschluss seiner Ausbildung zieht er nach Berlin. Da während des Nationalsozialismus seine Kunst als „entartet“ diffamiert wird, erhält er keine Möglichkeit, seine Arbeiten auszustellen. Im Zweiten Weltkrieg werden zahlreiche Werke des Künstlers zerstört, einige gelten seither als verschollen. Ab 1945 beteiligt sich Thiemann gemeinsam mit seiner engen Malerfreundin Jeanne Mammen u.v.a. am künstlerischen Neuanfang im Nachkriegsberlin. Er veröffentlicht als freier Mitarbeiter Zeichnungen in Kunstzeitschriften und Zeitungen und nimmt 1946 in der Berliner Galerie Gerd Rosen an der Ausstellung der „Gruppe der Fantasten“ teil, in der auch Arbeiten von Hannah Höch, Heinz Trökes, Hans Uhlmann, Mac Zimmermann u.a. zu sehen sind. Im Jahr darauf richtet die Galerie eine Einzelausstellung für ihn aus. 1954 wird Thiemann mit dem Berliner Kunstpreis, 1961 mit dem Ehrenpreis der Villa Massimo in Rom geehrt. Einer Gastdozentur an der Landeskunstschule Hamburg folgt 1960 die Berufung an die Hochschule für Bildende Künste der Hansestadt. Hier leitet er als Professor ab 1963 bis zu seiner Emeritierung 1976 die Grundklasse. Im Jahr 2000 würdigt das Berliner Bauhaus-Archiv den Maler anlässlich seines 90. Geburtstages mit der Ausstellung „Kunst über dem Realen“.