Titel
Hans Christof Drexel
Beschreibung

* 2. April 1886 in Königstein/Taunus; † 3. März 1979 in München
 
Deutscher Maler
 
Hans Christof Drexel ist in der Weimarer Republik ein geschätzter Künstler. Seine Bilder sind jedoch infolge der Hitlerdiktatur und Weltkrieg nahezu vergessen.
Drexel studiert zunächst Architektur, wendet sich dann aber der Malerei zu und besucht von 1906 bis 1907 die renommierte Académie Julian in Paris. In Hagen (Westfalen), wo er ab 1911 lebt, befreundet er sich mit dem Kunstsammler Karl Ernst Osthaus und arbeitet mit dessen Künstlerkreis zusammen. Drexels Frühwerk – Tier-, Menschen- und Landschaftsdarstellungen – orientiert sich am Expressionismus. Mit zwei Arbeiten ist er 1912 in der bahnbrechenden Sonderbundausstellung in Köln vertreten. Während seines Einsatzes im Ersten Weltkrieg entstehen die „Skizzen aus dem Felde“, die 1915 im Folkwang Museum Hagen gezeigt werden. 1919 tritt Drexel der Berliner Novembergruppe und der Düsseldorfer Künstlervereinigung „Das Junge Rheinland“ bei. Von 1919 bis zu seiner Übersiedlung 1923 nach Berlin lehrt er an der Folkwang Schule in Hagen. In Berlin bildet er mit Paul Klee und Lyonel Feininger zeitweilig eine Ateliergemeinschaft. Der Galerist Alfred Flechtheim nimmt ihn 1923 unter Vertrag. 1932 erhält der Maler den Villa Romana-Preis. Die Nationalsozialisten diffamieren nach ihrer Machtübernahme seine Kunst als „entartet“ und erteilen ihm 1937 Ausstellungsverbot. Bei Bombenangriffen auf Berlin wird ein Großteil seines Frühwerks vernichtet. Der Künstler flieht ins Allgäu und lässt sich 1946 in München nieder. Ab 1947 unterrichtet er an den Pädagogischen Akademien in Essen und Münster sowie an der Universität München. Von 1959 bis 1963 realisiert er die Farbgestaltung von Siedlungen in Kaufbeuren, Recklinghausen und Essen. Ab 1970 stehen „Formen des Menschseins“ im Mittelpunkt seines Schaffens.