Projekttitel
Gunda Scheel
Objektbeschreibung

* 1940 in Düsseldorf; † 2021 in Münster
 
Fotografin
 
Gunda Scheel gehört zu jenen zeitgenössischen Fotokünstlerinnen, die trotz der Möglichkeiten der digitalen Fotografie ausschließlich mit analoger Fototechnik arbeiten. Alltagsgegenstände, alltägliche Situationen, fremde und vertraute Orte erscheinen auf ihren Schwarz-Weiß-Fotos poetisch verwandelt, und manchmal werden sie im Spiel von Licht und Schatten auch zu abstrakten Mustern. Der Betrachter ist fasziniert von diesem ungewohnten Blick, der Bekanntes rätselhaft und zugleich neu erscheinen lässt.
 
Mit feinem Gespür näherte sie sich Orten, Gegenständen und Situationen, die ihre Aufmerksamkeit auf sich zogen. Am liebsten fotografierte sie mit ihrer schwedischen Hasselblad, einer einäugigen Spiegelreflexkamera im Negativformat 6x6 cm. Von den Motiven machte sie in der Regel nur eine Aufnahme. Sie lehnte es ab, ihre Fotografien nachträglich zu bearbeiten oder Bildinhalte zu manipulieren. Das betraf sowohl die Motive selbst als auch die beim Fotografieren ganz bewusst gewählten Bildausschnitte. Erkennbar ist dies am sichtbar bleibenden schwarzen Rahmen auf den Abzügen, welcher als technisch gegebene Begrenzung auf die Originalität und Übereinstimmung von Negativ und Abzug verweist.
 
Seit den 1980er/90er Jahren machen Präsentationen in verschiedenen Städten, darunter Münster, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Wismar, die Fotografin bekannt. Das Œuvre der Künstlerin bezeugt ihren eigenständigen Platz in der zeitgenössischen Fotografie.