* 18. Februar 1910 in Breslau; † 17. April 1998 in Rummelsberg bei Nürnberg
Deutscher Maler
Das künstlerische Talent von Gerhart Hein wurde vom Brücke-Künstler Otto Mueller entdeckt. Dieser war Professor an der Kunstakademie Breslau und ermöglichte Hein 1929 einen sofortigen Wechsel von der Kunstgewerbeschule zur Kunstakademie der Stadt. Hier studierte Hein bei Mueller und weiteren namhaften Künstlern, wie Alexander Kanoldt, Oskar Moll, Carlo Mense, Oskar Schlemmer und Johannes Molzahn.
Nach der Schließung der Akademie 1932 besuchte Hein das Meisteratelier von Johannes Molzahn. Von 1933 bis 1939 lebte und arbeitete er im Riesengebirge. Die Nationalsozialisten konfiszierten eine seiner Arbeiten aus dem Schlossmuseum der Stadt Breslau, stuften sie als „entartet“ ein und vernichteten sie wahrscheinlich. Seine künstlerischen Arbeitsbedingungen waren wie die vieler seiner Zeitgenossen aus der Akademie maximal erschwert. 1947 kehrte Hein aus englischer Kriegsgefangenschaft zurück.
Mitte der 1950er Jahre löste der Künstler in seinen Arbeiten die Figuration auf. Vom Kubismus inspirierte Formen führten weiter zu abstrakten Strukturen aus geometrischen Linien, die Farbflächen eingrenzen. Hein nannte diese Strukturen „imaginäre Substanz". Spontan anmutende Setzungen in seinen Bildern folgen dennoch einem überlegten Farb- und Formverständnis des Künstlers, das eine individuelle Sinnhaftigkeit in alles legt.
Der Künstler weigerte sich, zu Lebzeiten auszustellen. Eine 1988 vom Museum Ostdeutsche Galerie in Regensburg geplante umfangreiche Werkschau konnte daher nicht realisiert werden. 2006 begann die Rezeption des Werks von Gerhart Hein mit Präsentationen in Bayreuth, Solingen, Hamburg, Regensburg, München und Berlin.