Projekttitel
Emil Maetzel
Objektbeschreibung

* 5. Mai 1877 in Cuxhaven; † 23. Juni 1955 in Hamburg
 
Architekt, Maler, Grafiker und Bildhauer
 
Emil Maetzel und seine Frau, die Malerin Dorothea Maetzel-Johannsen, gehören 1919 zu den Gründungsmitgliedern der Hamburgischen Sezession und haben wesentlichen Anteil an der Durchsetzung der Moderne in der Kunst der Hansestadt. Von 1928 bis 1932 leitet Maetzel als Vorsitzender und ab 1948 als Zweiter Vorsitzender die wiedergegründete Sezession.
Maetzels künstlerische Vorbilder sind die Maler und Grafiker der Brücke. In seinem Schaffen hält er auch in der hohen Zeit von Abstraktion und Informel an der gegenständlichen Kunst fest. Für seine Stillleben aus den 1950er Jahren wählt er einfache Haushaltsdinge, Holzfiguren, Früchte und Muscheln. Dabei reduziert er das Sujet auf elementare Formen und führt diese – wie es ihm als Architekt besonders liegt – in einem strengen Bildaufbau zusammen. Anders als in seinen frühen Jahren, trägt er nach 1945 die Farben nicht mehr modellierend, sondern flächig auf.
Nach der seelischen Erschütterung durch den frühen Tod seiner Ehefrau im Jahr 1930, erlebt Maetzel 1933 zwei weitere schmerzhafte Zäsuren: Auf Druck des NS-Regimes muss er in Pension gehen, und die Hamburgische Sezession löst sich selbst auf, da sie das Ansinnen der Nationalsozialisten ablehnt, ihre jüdischen Mitglieder auszuschließen. Zwar richtet die Galerie Hildebrand Gurlitt 1937 eine Werkschau zu Maetzels 60. Geburtstag aus, im selben Jahr werden aber auch fünf seiner Druckgrafiken als „entartete Kunst“ aus der Kunsthalle Hamburg entfernt. Von 1939 bis 1943 unterrichtet Maetzel an der Kunstschule Schmilinsky. Ab 1945 ist es ihm wieder möglich, frei künstlerisch zu arbeiten und sich an Ausstellungen zu beteiligen. So entstehen bis 1955 mehr als 300 Bilder, die trotz formaler Strenge eine lebensbejahende Freundlichkeit ausstrahlen. 1958 widmet der Kunstverein Hamburg dem Künstlerpaar eine Ausstellung. 2019/20 sind Arbeiten beider Künstler in der Schau „100 Jahre Hamburgische Sezession“ in der Hamburger Kunsthalle vertreten. Seine Werke befinden sich in zahlreichen Sammlungen.