Projekttitel
Eduard Bargheer
Objektbeschreibung

* 25. Dezember 1901 in Hamburg-Finkenwerder; † 1. Juli 1979 in Hamburg-Blankenese
 
Deutscher Maler und Grafiker

Eduard Bargheers Werke sind in bedeutenden Museen der klassischen Moderne zu finden. Ausgehend von realistischen Ansätzen, entwickelt er eine unverwechselbare abstrahierende und symbolisierende Bildsprache. Der Künstler ist vor allem für seine mosaikartigen, lichten Aquarelle aus den fünfziger Jahren bekannt. 
Bargheer verliert früh seine Eltern. Er beugt sich dem Wunsch des älteren Bruders und absolviert bis 1924 ein Lehrerseminar. Danach besucht er die Kunstschule von Gerda Koppel, um Maler zu werden. Seine Lehrer Friedrich Ahlers-Hestermann und Paul Kayser gehören 1919 zu den Mitbegründern der Hamburgischen Sezession. Nach der ersten Auftragsarbeit erhält er 1925 ein Stipendium für eine Italien-Reise. 1926 folgt seine erste Einzelausstellung in Hamburg. Die Hamburger Kunsthalle kauft daraufhin ein Gemälde an.
 
Von 1928 bis 1930 reist Bargheer gemeinsam mit der Malerin Gretchen Wohlwill, mit der er lebenslang freundschaftlich verbunden bleibt, in mehrere europäische Länder. Durch die Fürsprache der Künstlerin wird er 1929 Mitglied der Hamburgischen Sezession. Als Gretchen Wohlwill während der Hitlerdiktatur Repressionen ausgesetzt ist, kann sie sich mit Unterstützung Bargheers auf die Elbinsel Finkenwerder zurückziehen. Die Kunstschule Gerda Koppel gewinnt 1934 Bargheer als Dozenten. 1935 – vor der Diffamierung seiner Werke als „entartet“ – präsentiert der Künstler in der Berliner Galerie Nierendorf erstmals Arbeiten außerhalb Hamburgs. Die Nationalgalerie erwirbt zwei Aquarelle.
 
Während einer Italien-Reise im Herbst 1935 besucht der Maler zum ersten Mal die Insel Ischia. Er ist auch nach einem wiederholten Aufenthalt 1937 so fasziniert, dass er im April 1939 Sant’Angelo auf Ischia zu seinem Wohnsitz wählt. In Vorbereitung seiner Ausstellung in der Galerie Commeter kommt er 1940 in die Hansestadt zurück. Aufgrund einer NS-Verfügung müssen jedoch die Einladungskarten zurückgezogen und die Gemälde abgehängt werden. Der Einberufung zum Kriegsdienst in Deutschland entzieht sich Bargheer durch Dolmetschertätigkeit auf der Kriegsmarine-Werft in La Spezia. 1944 taucht er in Florenz unter und erlebt hier das Kriegsende.
 
Ab 1947 lebt der Künstler in der Gemeinde Forio auf Ischia, deren Ehrenbürger er wird. 1948 nimmt er an der Biennale in Venedig teil. Ab 1953 wohnt er wechselnd auf Ischia und in Hamburg. Der Maler stellt 1955 und 1959 auf der documenta I bzw. II in Kassel aus und wird daraufhin international bekannt. In seiner Heimatstadt übernimmt er 1957 eine Gastdozentur an der Hochschule für Bildende Künste. Von 1963 bis 1965 ist er Gastprofessor an der Hochschule der Künste in Westberlin.
 
1976 gründet er eine Stiftung zur Förderung junger bildender Künstler. Die neue Stiftung Eduard Bargheer Museum plant im Hamburger Jenischpark ein Museum zur Präsentation von Leben und Werk des Künstlers.