Titel
Curt Stoermer
Beschreibung

* 26. April 1891 in Hagen; † 29. Januar 1976 in Lübeck
 
Deutscher Maler und Grafiker
 
Curt Stoermer beginnt 1908 seine Ausbildung an der Kunstakademie Düsseldorf. Da ihn jedoch hier das Studium enttäuscht, setzt er es an Akademien in Paris fort. In dieser Zeit lernt er Heinrich Vogeler kennen, dem er 1912 nach Worpswede folgt. Expressionismus und Frühkubismus beeinflussen Stoermers Schaffen. 1912 richtet ihm das Folkwang-Museum seine erste Einzelausstellung aus. In Herwarth Waldens Zeitschrift „Der Sturm“ erscheinen Holzschnitte von ihm und 1913 beteiligt er sich in Berlin am Ersten Deutschen Herbstsalon von Walden.
Nach dem Ersten Weltkrieg engagiert sich Stoermer gemeinsam mit Vogeler in der Bremer Räterepublik. 1920 tritt er der revolutionären Novembergruppe bei und stellt im selben Jahr in der Abteilung dieser Künstlervereinigung in der Großen Berliner Kunstausstellung aus. Ab 1921 lebt und arbeitet der Maler in Lübeck, wo er 1925 eine Werkstatt für Glasmalerei eröffnet. Ein Stipendium für die Villa Massimo führt ihn 1931 nach Rom. Während seines Italienaufenthalts empfängt er starke Impulse für seine künstlerische Entwicklung und befreundet sich mit seinem Mitstipendiaten Werner Gilles. Nach 1933 entstehen Landschaftsaquarelle, vor allem auf dem Darß, wo der Maler eine künstlerisch fruchtbare Zeit mit Gilles verbringt. 1937 werden im Folkwang-Museum vier Holzschnitte von Stoermer als „entartete Kunst“ von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. Bei einem Bombenangriff auf Lübeck wird 1942 sein Atelier zerstört. Nach dem Zweiten Weltkrieg widmet sich der Künstler neben seinem freien Schaffen der Ausgestaltung öffentlicher und privater Bauten. Während häufiger Reisen in die Mittelmeerländer führt er die 1931 begonnene künstlerische Auseinandersetzung mit der Mittelmeerwelt fort.