Titel
Curt Ehrhardt
Beschreibung

* 29. Juni 1895 in Ziesar (Brandenburg); † 1972 in Schwarz (Hessen)
 
Deutscher Maler und Zeichner
 
Curt Ehrhardt gilt als wichtiger Vertreter der zweiten Expressionisten-Generation. Als Jurastudent in Berlin sieht er 1916 in der Sturm-Galerie Bilder von Picasso, Schwitters und Marc. Das Kunsterlebnis veranlasst ihn, mit dem Galeristen Herwarth Walden und seinem Kreis in Kontakt zu treten und sich künftig als Autodidakt ausschließlich der Malerei zu widmen. Er wird Mitglied der 1918 gegründeten Novembergruppe. Künstlerisch orientiert er sich an der vom Sturm vermittelten Avantgarde, am Blauen Reiter sowie am Futurismus und Orphismus Robert Delaunays.
Zu Beginn der 1920er Jahre beteiligt sich der Maler an bedeutenden Ausstellungen, u.a. 1920 an der Großen Berliner Kunstausstellung (in der Abteilung der Novembergruppe mit sechs Gemälden und drei Reliefs), 1921 an der Expressionisten-Ausstellung in Chicago und 1922 an der Internationalen Kunstausstellung in Düsseldorf. In dieser Zeit bricht er mit der Avantgarde des frühen Expressionismus. Im Zentrum seines Schaffens steht die schmerzhafte Zerstörung des menschlichen Körpers. Nach dem Austritt aus der Novembergruppe 1926 arbeitet er als freier Maler. Die Diffamiierung der modernen Kunst durch die Nationalsozialisten setzt auch seinem Schaffen Grenzen. In einer Art innerer Emigration malt er dennoch bis zur Einberufung zur Wehrmacht 1939 weiter. 1947 wird er von der Landesregierung Brandenburgs als „namhafter Schaffender“ anerkannt. Da ihm in der DDR die Aufnahme in den Verband Bildender Künstler Deutschlands verweigert wird, darf er offiziell nicht ausstellen. Daraufhin siedelt er 1966 mit rund 2.000 Werken nach Schwarz in Hessen über.
 
Arbeiten von ihm befinden sich u.a. im Museum Wiesbaden, in der Städtischen Galerie Darmstadt und in der Berlinischen Galerie.