Radikal. Visionär. Unangepasst.
100 Jahre Novembergruppe

Seit Eröffnung der „Möwe“ bilden die Künstler der Novembergruppe einen Schwerpunkt unseres Galerieprogramms. Mit der Ausstellung „Radikal. Visionär. Unangepasst.“ würdigen wir die Gründung dieser revolutionären Künstlervereinigung vor 100 Jahren. Vom 13. Oktober 2018 bis 9. Februar 2019 zeigen wir nicht nur Werke der Gründungsmitglieder Cesar Klein und Moriz Melzer, sondern auch Bilder von Hans Brass, Herbert Behrens-Hangeler, Erwin Hahs, Gert H. Wollheim und Richard Ziegler. Arbeiten vieler weiterer Novembristen wie Rudolf Ausleger, Gottfried Graf, Paul Grunwaldt und Albert Mueller ergänzen die Präsentation.
 
Zur Vernissage unserer Ausstellung am Freitag, dem 12. Oktober 2018, um 18 Uhr laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein. Der Direktor des Bröhan-Museums Berlin, Herr Dr. Tobias Hoffmann, wird die Laudatio halten.  

Curt Ehrhardt | Droschkenkutscher b. Tietz | 1919 | Gouache | signiert, datiert u. bezeichnet | 52 x 59 cm
Curt Ehrhardt | Droschkenkutscher b. Tietz | 1919 | Gouache | signiert, datiert u. bezeichnet | 52 x 59 cm

Die Novembergruppe
 
Nach der Katastrophe des Ersten Weltkriegs und unter dem beflügelnden Einfluss der Novemberrevolution wollten die Mitglieder der 1918 gegründeten Novembergruppe „radikal im Verwerfen bisheriger Ausdrucksformen und radikal im Anwenden neuer Ausdrucksmittel“ sein. Darüber hinaus wollten sie die Zukunft der Kunst in der jungen Republik auch gesellschaftlich aktiv mitgestalten. Diesen Zielen verschrieben sich nicht nur Maler, sondern auch Bildhauer, Komponisten, Architekten und Kunsttheoretiker.
 
Die Gruppe wurde von einer demokratischen und liberalen Idee getragen: So wollte sie Kunst und Volk vereinen und war offen für alle zeitgenössischen Stilrichtungen, wie Expressionismus, Kubismus, Futurismus, Dadaismus, Neue Sachlichkeit und Abstraktion. Des Weiteren pflegte sie Kontakte zu fortschrittlichen Künstlergruppen in Deutschland und anderen europäischen Ländern. Der Vielfalt der Stilrichtungen entspricht eine Vielfalt der künstlerisch gestalteten Themen, die von erschütternden Erlebnissen im Weltkrieg über den Lebensalltag in den Großstädten bis zur individuellen Sicht auf den modernen Menschen reichen.
 
In den Jahren 1919 bis 1932 präsentierte die Novembergruppe in ihren Ausstellungen mehr als 470 Künstler der deutschen und europäischen Avantgarde. Vor allem durch ihre Teilnahme an der populären Großen Berliner Kunstausstellung trug sie entscheidend zur Akzeptanz der modernen Kunst bei. Die Nationalsozialisten diffamierten nach ihrer Machtergreifung die Künstlervereinigung als „Rote Novembergruppe“ und strichen sie 1935 aus dem Vereinsregister. Die Kunstwerke vieler Novembristen wurden als „entartet“ verfemt und aus den deutschen Museen entfernt. Nach 1945 gingen die Künstler verschiedene Wege. Die einen knüpften an ihr Schaffen in den 1920er Jahren an, die anderen suchten nach gänzlich neuen Inhalten und künstlerischen Formen.

Richard Ziegler | Mädchen mit grauer Pelzkappe und grauem Pelzkragen | 1920er Jahre | Pastell | monogrammiert | 43 x 31 cm
Richard Ziegler | Mädchen mit grauer Pelzkappe und grauem Pelzkragen | 1920er Jahre | Pastell | monogrammiert | 43 x 31 cm

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