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Paul Holz
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* 28. Dezember 1883 in Riesenbrück bei Pasewalk; † 19. Januar 1938 in Schleswig
 
Deutscher Zeichner
 
Paul Holz gehört zu den großen deutschen Zeichnern des 20. Jahrhunderts. Realismus wie auch expressive Verfremdung charakterisieren seine künstlerische Handschrift. Themen seines Schaffens sind u.a. Landschaften, Porträts und Alltagsszenen. Zudem entstehen zahlreiche Zeichnungen zu Werken der Weltliteratur, vor allem zu Dostojewski, Hamsun und Gogol. Aufgrund der Diffamierung seiner Kunst und der Ausstellungsverbote während des Nationalsozialismus gerät sein Œuvre für lange Zeit in Vergessenheit. 
 
Holz ist von 1904 bis 1924 als Volksschullehrer in Pommern tätig. Während dieser Jahre beschäftigt er sich autodidaktisch mit der Zeichenkunst. 1914 kauft der Direktor des Stettiner Museums 20 Zeichnungen an. Als Mitglied des 1916 gegründeten Pommerschen Künstlerbundes und als Mitbegründer der 1921 gebildeten Norddeutschen Secession beteiligt sich Holz an den Ausstellungen dieser Künstlervereinigungen. Nachdem er 1924 das Staatsexamen als Zeichenlehrer abgelegt hat, wird der im Jahr darauf zum Studienrat ernannt. Neben seiner Anstellung als Zeichenlehrer ab 1925 am Friedrichsgymnasium in Breslau leitet er bis zur Schließung der Breslauer Kunstakademie im Jahr 1932 die Übungsschule des Seminars für Zeichenlehrer. 1926 findet in Breslau die erste Einzelausstellung des Künstlers statt. Die Nationalsozialisten entlassen Holz 1933 aus allen Schul- und Prüfungsämtern, diffamieren sein künstlerisches Schaffen als „entartet“ und versetzen ihn nach Schleswig, wo er in der Domschule der Stadt bis zu seinem Tod tätig ist. Seine letzten Ausstellungen hat Holz 1935 und 1937 in der Galerie von der Heyde in Berlin.
 
Arbeiten des Künstlers befinden sich u.a. in den Kupferstichkabinetten Berlin und Dresden, in der Berliner Akademie der Künste, im Staatlichen Museum Schwerin, Schlesischen Museum zu Görlitz und Landesmuseum Schloss Gottorf in Schleswig sowie im Norton Simon Museum in Pasadena.