Titel
Johannes Molzahn
Beschreibung

*  21. Mai 1892 in Duisburg, † 31. Dezember 1965 in München
 
Deutscher Maler und Grafiker
 
Johannes (Ernst Ludwig) Molzahns Kunst wird vom Expressionismus und Futurismus beeinflusst. Er verbindet gebrauchsgrafische Formen mit mythischen, mystischen und religiösen Inhalten.
 
Nach dem Schulbesuch in Weimar absolviert er eine Fotografenlehre und nimmt Unterricht an der Großherzoglichen Zeichenschule bei Henry van de Velde. Künstlerisch bildet er sich überwiegend autodidaktisch weiter. Während seines Militärdiensts im Ersten Weltkrieg findet er in Berlin Anschluss an die künstlerische Avantgarde um Herwarth Walden, in dessen Galerie er 1917 seine erste Einzelausstellung hat. 1918 kehrt Molzahn nach Weimar zurück und steht dem hier gegründeten Bauhaus nahe. 1919 wird er Mitglied der Berliner Novembergruppe, an deren Ausstellungen er sich bis 1929 mehrmals beteiligt. Auf Empfehlung des Architekten Bruno Taut erhält er 1923 an der Kunst- und Handwerkerschule in Magdeburg eine Stelle als Zeichenlehrer. Auf der International Exhibition of Modern Art 1926 in New York ist er ebenso vertreten wie in zahlreichen Gruppenausstellungen der folgenden Jahre. 1928 wird er von Oskar Moll an die Staatliche Akademie für Kunst und Kunstgewerbe in Breslau als Professor berufen. Die Nationalsozialisten entlassen ihn 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft aus dem Staatsdienst und diffamieren seine Kunst als „entartet“. 1938 emigriert er in die USA, wo er weiterhin bis 1952 an Kunstschulen lehrt. 1959 kehrt er nach Deutschland (München) zurück. Im Lehmbruck-Museum seiner Geburtsstadt hat er 1964 eine umfangreiche Ausstellung.